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Roland Zoss Songpoet & Liedermacher aus Bern • ein persönlicher Blick zurück
mit Songs und Gedichten von 1979-1989

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rolandzoss



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wer den wind




 

ewigkeit


flieg meine seele

 

saitenstrassen






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


































 

Die Berner Musik- und Mundartszene
In den späten Sechzigerjahren entwickelt sich in der Hauptstadt der Schweiz um Mani Matter eine kreative, äusserst einflussreiche Mundartszene: das Berner Chanson. 1976 lancieren zwei Bands «Grünspan» und «Rumpelstilz» den Mundartrock, der in der Folge die Schweiz erobert und prägt.
Im gleichen Jahr betrete ich zum erstenmal ein Tonstudio. Der Berner Stadtrocker Housi Wittlin hatte mich ermuntert eigene Texte zu schreiben, statt Cohen und Dylan zu interpretieren. Also bewerbe ich mich mit dem folkigen Titel «Morgenerwachen» neben Peter, Sue & Marc für den «Concours Eurovision de la chanson». Bei dieser Session "entdeckt" mich Peter MacTaggart und nimmt mich unter seine Produzenten-Fittiche.
Der Tonmeister betreibt in der Berner Altstadt mit dem Produzenten von Polo Hofer - Eric Merz - das Sinus Studio. Keith Richard (Rolling Stones), Andreas Vollenweider, Polo Hofer, Peter Sue & Marc, die Calimeros, Timothy Leary und viele andere gehen hier ein und aus. Doch statt das Angebot anzunehmen, als „Rocky Roland“ Karriere zu machen, singe ich wie Tinu Heiniger, Stephan Sulke und Stephan Eichers "Grauzone" (Eisbär) die ersten Songpoesien als deutscher Liedermacher aufs 24-Spur-Band.

1. LP «Roland Zoss» 1981 mit dem Cover des weltbekannten Künstlers Gottfried Helnwein.
Die surreal-mysteriösen Balladen und psychedelischen Sounds heben sich vom lokalen Chansonstil ab. Das verträumt-romantische Album mit einer Hommage an die schönste Stadt der Welt verkauft sich im Handel und an Konzerten über 700 mal. Wir nehmen es ohne Schlagzeug live auf. Einige wenige Instrumente sind im Overdub-Verfahren eingespielt. Gesang & 1. Gitarre live (Ausnahme "Rolands Traum). Es begleitet der Multiinstrumentalist Silvio Ragaz mit Perkussion, Bass und Cello. Thomas Dumont: Piano, E-Gitarren: Felix Hochuli. Alle Kompositionen zur 1. LP schrieb ich im Alter von 20 und 27 Jahren in Bern, Paris, Tunesien und auf dem grossen Trip 1976/77 von Kalifornien über Mexiko nach Rio de Janeiro.

Als 13jähriger tourte ich 1964 mit dem späteren «Span»-Mitbegründer Christoph Kohli im Beatles verrückten England. Wir singen im „Berne Boys Choir“ (Berner Sängerknaben) am Schwarzweissfernseher Mundartlieder zum "Tag der Kranken". Doch bald kommt weltweit Farbe auf: Love & Peace, elektrisierende Sounds. Jetzt trägt Mann langes Haar und Frau Minirock. Gemeinsam rebelliert man auf der Strasse und in Texten und Liedern. Aber - das Schweizer Radio spielt die "verbotene" Musik der jungen Generation (noch) nicht. Man hört Radio Luxemburg. Gedichte und Streitschriften veröffentlicht man im Studentenblatt „Frau Hofers Storch“, demonstriert mal gegen Russland - mal gegen die USA benebelt von Tränengas vor dem Hotel Schweizerhof in Bern. Man trifft sich in Szenelokalen wie "Schwarze Tinte" und "Uhu".
Auf Berner Asphalt gedeiht neben dem Dialekt-Chanson ein engagierter, bodenständige Schweizer Mundartrock mit SPAN und in Interlaken Polo Hofers Rumpelstilz. Ich bleibe der Folkgitarre treu und trete am Bonner Liedermachertreffen als Deutscher Liedermacher auf, neben Hannes Wader, Tinu Heiniger, Franz Josef Degenhardt u.a.

1979 erscheint der 1. Gedichtband «Wer den Wind vernimmt» bei Sauerländer.
Begegnungen on the road , die Beatles und Cat Stevens im Ohr, die Gitarre am Rücken verarbeite ich die Seventies im Roadmovie-Roman «Saitenstrassen». Nach Auftritten im legendären „Troubadour“ in Los Angeles (Joni Mitchell, Bob Dylan), der 6-monatigen Überlandreise von Kalifornien nach Brasilien, zwei Trips nach Marokko (Höhlenbild rechts) und Ägypten, lasse ich mich auf einer kleinen Mittelmeerinsel nieder. Zwischen Himmel und Meer schreibe ich in meiner Hobbit-Höhle im Berg, komponiere mit meinen "mediterranen Brüdern": Younes Meghri (Marokko), Georges Moustaki(Frankreich), Ahmed Kaya (Türkei), Fabrizio de André (Italien), Paco de Lucia (Spanien), Al Stewart (Mallorca), Cat Stevens (Griechenland/England).
1981 studiere ich ein Jahr Französisch an der Uni Avignon/Südfrankreich, zeichne an der Ecole des Beaux Arts, entbrenne im Feuer zum Zigeuner-Flamenco.

1983 2. LP «Sternstunde». Der Tod meiner Schwester Vreni klingt nach im Song: «Die Sensiblen sterben aus». «Der blaue Engel» beklagt das verlorene Hippie-Paradies Afghanistan. Dazu «Mutter Erde» ein damals avantgardistischer, weil ökologisch engagierter Titel gegen die Plünderung des Planten und «Walpurgisnacht»: ein Weltuntergangs-Hexensabbathstück und mysteriöser Szene-Hit illustriert im "Free Blettli". 2004 neu vertont auf dem Rockpoesie-Album Härzland (Universal).
Die Sternstunde-Produktion trägt die Handschrift von Multimusiker Silvio Ragaz, Cellist der Jazzband "Zoom". Neben dem Schlagzeug und dem Cello spielt neu das Hackbrett mit, ein Novum in der damaligen Liedermacherszene. Es inspiriert Freund Stefan Eicher, der das Hackbrett etwas später in den Schweizer Rock einführt.
Alle Sternstunde-Stücke entstehen in Bern, Sri Lanka und Avignon, wo ich 6 Monate beim Gitano Ricardo Salinas Flamenco lerne. Illustriert von Béatrice Gysin. Die LP Sternstunde wird von Ursi Spaltenstein lanciert in der einstündigen Sendung "Sternschnuppe" von Radio 24: Roger Schawinskis Piratensender vom Piz Groppero aus Italien.

1985 sitze ich mit der 3. LP-Produktion «Die Ewigkeit klopft an» Rolf Enoch gegenüber dem A&R - Manager der „Deutschen Grammophon Gesellschaft“ und auch Musikverleger Rolf Bayerle. Die Grammophon entscheidet sich statt für den Schweizer Liedermacher für einen deutschen Schauspieler namens „ Herbert Grönemeyer“, der den grösseren "Stimmwiedererkennungswert" habe. Rolf Bayerle übernimmt die Verlagsrechte der Zoss-LP samt der Coverversion von Leonard Cohens «Suzanne». Meine deutsche Interpretation von «Susanne» begleitet von Sue Schell aus dem Trio Peter, Sue & Marc führt noch heute auf iTunes die Beliebtheitsliste an. Hier ein Videoauszug.
Am Drum groovt Michael Brennan, Schlagzeuger aus der Carlos Santana-Szene. Jürg Ammann spielt E-Piano, Paolo Imola Hackbrett und Asita Hamidi Harfe. Die Scheibe kommt druckvoller daher als Sternstunde. Mit einigen Highlights: «Zeit frei zu sein»; «Die Ewigkeit klopft an». Auftritte vor Millionenpublikum in Deutschland: Norddeutscher Rundfunk, Sender Freies Berlin u.a.
1985 wird «Traumfahrt» am TV DRS präsentiert von der Moderatorin Ursi Spaltenstein in der "Sternstunde", am Schweizer Fernsehen.

1989 CD «Flieg meine Seele» mit prämiertem Video-Clip. (Regie: Louis von Adelsheim/René Stockhammer). Der Greenpeace-Song zum Schutz der Wale „Der Wal - The Whale - la baleine“ reist mit mir um die Welt."Fliege meine Seele" ist die erste Eigenproduktion. Neu singe ich nicht mehr live zur Gitarre, sondern im Playback-Verfahren. Die Gitarre überlasse ich teils Silvio Ragaz. Als Gast spielt der virtuose Santoor-Spieler José Romero. Gesang Katrin Hubacher. Schlagzeug Marc Jundt.
1990 steckt die Vinyl-Plattenindustrie in einer Krise. In der Schweiz steht mit "Züri West", "Patent Ochsner", "Stop the Shoppers" Mundart statt Hochdeutsch auf dem Plan.
1991 Gedichtband «Ohrenblicke».
1992
Berner Literaturförderpreis für den Erzählband „Die Insel hinterm Mond“.
Musikalische Pause. Die nächsten Jahre wächst mein wichtigstes belletristisches Werk "Saitenstrassen" der Musikroman über die Seventies mit der Song-CD.

1999
wechsle ich für Tochter Lea von Hochdeutsch auf Mundart. Mein 1. Mundartalbum das «Xenegugeli-Tier-ABC» wird von von SPAN-Musikern begleitet. Dazu erscheint ein kunstvolles Bilderbuch, 2009 digitalisiert und in andere Sprachen übersetzt samt ABC-Songs und e-books. Und die ABC-Dino App für iPhone/iPad.
Das liebevolle Xenegugeli-ABC legt die Basis zur Karriere als Berner Kinderliedermacher. Es wird mit über 20'000 verkauften Büchern/CDs zum Schweizer ABC-Klassiker.

2004 «Härzland» Rockpoesie Album in Mundart (Universal). Ein Werk mit literarisch-starken Texten, aufgenommen mit bedeutenden Schweizer Musikern und Ton-Meister Helge v. Dyke. Darauf ein Remake in Mundart meines Klassikers aus der Hippiezeit «Walpurgisnacht». Hier die erste Walpurgisnacht Illustration aus dem "Free Blettli" der Berner Härdlüttli.
Weitere Covers in Bärndütsch: "In the Getto" von Elvis. Und von Leonard Cohen: "First we take manhattan" und 2013 "Halleluja" mit Nyna auf dem Album «Jimmy Flitz Wiehnacht».
Rolf Zuckowski schwärmt von Härzland, dem Album mit den schönen Chören. Die Schweizer Hymne "Härzland" verkauft sich auf dem Sampler "100% Bärndütsch" 35'000 mal. Sie schafft, gesungen in allen vier Landessprachen, den Spagat zwischen Volksmusik, Ländler und Rock.

ab 2010 diverse Auftragssongs.
• Swiss Air Lines: "Flüg Vogel flüg" und "Über alli Bärge". Als Download erhältlich. Sohn Laurin, 8jährig, kreiert dazu sein erstes Video.
• "First Flow" Sampler-CD fürs Kinderschwimmen
• Schweizer Post Schulservice: "Toni vo der Post"

Die Hochdeutsch gesungenen Titel aus LPs als digitale Alben im Überblick
Downloads: Fett = digital versammelt unter "Flieg meine Seele"; der Rest unter "Saitenstrassen"

1. «Roland Zoss»
LP (Activ Records 2310):
Rolands Traum, Wind und Welle, Das blaue Buch von Magritte, Beatris, Spieler und Diebe, Bangkok, 1001 Nacht, Der verlorene Herbst, Bern wacht auf, Silberne Stunde der Dämmerung.

2. «Sternstunde» LP (MTB Records, Mor 32026):
B-52, Die Sensiblen sterben aus, Der blaue Engel, Gondwanaland, Mutter Erde, Hingabe, Wie ein riesiger Vogel, Strahlende Stadt, Walpurgisnacht, Weisse Häuser, Wunderstunde (Wenn die Toten auferstehen), Wer den Wind vernimmt.

3. «Die Ewigkeit klopft an» LP (RZ 003):
Die Ewigkeit klopft an, Abendlied, Susanne (Cohen Coverversion), Traumfahrt, Aldebaran, Vater, Der Mond, Wenn ich nur wüsste wie, Wunderbar sein (mit Sue Schell), Zeit frei zu sein, Weinen wie ein Mann, Ich bin ein Zigeuner.

4. «Flieg meine Seele» CD:
Der Wal, Flieg meine Seele mit Videoclip, Der schwarze Mann, In der Wildnis der Stadt, Uramatu, Brief ans Leben, Unterwegs nach Poesie, Lieben wir einander wirklich?

5. «Saitenstrassen» CD Sampler "best of" von LP 1-4. Erhältlich beim Autor oder als Download.
Rolands Traum, Silberne Stunde der Dämmerung, Magritte, 1001 Nacht, Walpurgisnacht, Weisse Häuser, Riesiger Vogel, Der blaue Engel, Die Ewigkeit klopft an, Aldebaran, Wunderbar sein, Vater, Der Mond, Zeit frei zu sein, Der Wal, Bleib hier, Uramatu.

rolandzoss Flieg meine Seele saitenstrassen Saitenstrassen

Tierlieder-ABC Deutsch zur ABC Dino-App

Gesamtwerk Belletristik beim Verband Autoren der Schweiz • AdS

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Foto: D. Leclerc, 1972


Der Freund


Der Freund kommt dir eines Abends entgegen
wie ein alter Freund

Und reicht er dir die Hand
fühlst du dich zuhause

Ein Freund ist ein Abgesandter der Sterne
und heisst Hans

Den Freund kannst du nicht haben und nicht suchen
Wenn er dir begegnet erkennt er dich

Er ist ein Geschenk des Himmels
mit menschlichen Manieren

Ein Freund ist immer unterwegs
und braucht kein Fahrzeug
um weit zu kommen

Er braucht kein Telefon
um dich zu erreichen
Er ist da wenn du an ihn denkst

Und geht er eines Tages für immer fort
klingt er in dir nach
wie ein gutes Lied

(aus Gedichtband «Ohrenblicke»)

 

Leonard Cohen





1972 Quarzazate, Maroc



1971 Izmir, TurkeyT







fliegseele
1989© hinten: Reimund Gerstner, Peter MacTaggart, Jose Romero, Marc Jundt, Jürg Ammann vorne: Silvio Ragaz, Roland Zoss 

 



Die deutschen LPs sind vergriffen;
CDs beim Autor oder im Handel erhältlich,
LP-Titel als Downloads
im iTunes Store.