Von der Ware «Luxus» zum
wahren Luxus

 
oder:
Auf einer Insel den Luxus erleben,
den man mit Geld nicht kaufen kann.
 
Zeit.
Telefonisch nicht erreichbar sein, ohne Agenda und Uhr zum persönlichen Rhythmus, zu den eigenen Schlafgewohnheiten zurückfinden. Der Herzschlag und die Schritte beim Wandern sind das Mass aller Dinge. Die Langsamkeit neu entdecken.
 
Aufmerksamkeit.
Die Gastfreundschaft der Insulaner ist unübertroffen; ohne ein Wort mit auf den Weg geht niemand aneinander vorbei. Sehen, fühlen und hören, was man mit eigenen Sinnen wahrnehmen will; ohne die Überflutung durch die Medien.
Seltene Falter und Zugvögel beobachten: Pirol, Wiedehopf und Kranich. Der geschützte Königsfalke aus Madagaskar, brütet hier auf der Insel (ab Oktober ) in der subtropischen Flora.
 
Raum.
Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang breitet sich die blaue Weite des tyrrhenischen Meeres aus. Nachts wölbt sich der klarste Sternenhimmel Europas über das Archipel.
 
Ruhe.
Die 200 Insulaner bewohnen nur den Südteil. Ein einziges Hotel wurde am Hafen gebaut. Zwei Drittel der Nordseite sind unbewohnte Wildnis. Auf einer der vielen Wanderrouten durchs Geisterdorf oder durch einsame, mystische Gegenden, atmet man den Hauch 4000jähriger Kulturen. In der Macchia durchspült von der Ruhe des Meeres zu sich selber finden.
 
Natürliche Umwelt.
Hier kann man reine Luft atmen und das (Regen-)Wasser trinken. Die salzige Brise trägt ein Parfum von Salbei, Lavendel und Ginster über die Felshänge. Beim Schöpfen aus der Zisterne, beim Hochtragen vom Laden lernt man den Wert der Güter schätzen. Es gibt nur wenige Strassen. Maultierpfade und Steinplattenwege halten fit auf den Wanderungen um die Insel an Erdbeerbäumen vorbei, Zistrosen und Wolfsmilch. Und das Meer ist von azurblauer Klarheit, mit einer grossartigen Unterwassersichtweite.
 
Sicherheit.
Es gibt keine giftigen Tiere auf der Insel. Der soziale Zusammenhalt ist stark und überschaubar. Jeder kennt jeden. Alleinstehende Frauen werden respektiert. Es ist kein Problem, nachts allein durch die schlafenden Olivenhaine nachhause zu spazieren. Verbrechen sind unbekannt; abgesehen von Diebstählen. Bei Krankheiten hilft man sich gegenseitig oder ruft in einem Notfall den Helikopter.
 
by Roland Zoss